Ruth Wolf-Rehfeldt – Typewritings
Ruth Wolf-Rehfeldt – Typewritings – Abb. 1 Ruth Wolf-Rehfeldt – Typewritings – Abb. 3 Ruth Wolf-Rehfeldt – Typewritings – Abb. 2 Ruth Wolf-Rehfeldt – Typewritings – Abb. 4 Bilder zum Vergrößern anklicken

Ruth Wolf-Rehfeldt – Typewritings

Ruth Wolf wurde 1932 geboren. Zunächst machte sie eine Lehre als Industriekaufmann. Danach studierte sie ein Jahr lang Philosophie. 1955 heiratete sie Robert Rehfeldt und fand eine Tätigkeit in der Ausstellungsabteilung der Akademie der Künste. Nebenher malte und zeichnete sie. Anfang der 1970er Jahre begann sie ihre typischen Schreibmaschinengrafiken (Typewritings) zu entwickeln und sich am internationalen Netzwerk der Mail Art zu beteiligen. 1990 stellte sie ihre künstlerische Arbeit weitgehend ein. Zu ihrem 80. Geburtstag zeigte Die Weserburg – Das Museum für Moderne Kunst in Bremen ihr graphisches Œuvre. Die Vorlagen für die Blätter dieser Mappe entstanden zwischen 1974 und 1987.

Die Mappe enthält 10 signierte, betitelte und nummerierte Kopien sowie einen Vorsatzbogen und eine Farbfotografie der Künstlerin. Der Karton ist mit einem Siebdruck versehen.

25 Exemplare

Format: 31 x 43 cm

vergriffen – 2016 erschien eine neue Edition

Ein Heiligenschein für Erika

»Auf der Erika entwickelte Ruth Wolf-Rehfeldt ihre 'Typewritings', erstellte grafische Schreibmaschinenblätter, schuf Buchstabenbilder und Gedichte in Bildform. Die Weserburg widmet der Künstlerin zum 80. Geburtstag nun eine große Ausstellung. Die Arbeiten stammen sämtlich aus der Sammlung des Zentrums für Künstlerpublikationen. Wolf-Rehfeldt entdeckte Anfang der 70er-Jahre die Schreibmaschine als Medium. Sie begann, aus Satz- und Sonderzeichen kleine Figuren zu konstruieren. Schnell entdeckte sie die Möglichkeiten des mechanischen Schreibgerätes, das sie ähnlich einem Pinsel oder Bleistift verwendete, indem sie die Schriftzeichen zu grafischen Kompositionen zusammenstellte. Das Zeichenrepertoire empfand sie keinesfalls als Einschränkung: 'Ich hätte ewig so weitermachen können, ohne die Möglichkeiten der Schreibmaschine auszuschöpfen', hat sie einmal gesagt ... Es gibt Werkgruppen, in denen sie die Bedeutung von Wörtern bildlich umsetzt, so etwa das Wort 'Kreuzung', überkreuz auf den Bogen tippt oder einen Ring mit Stein aus den Worten 'Ring' und 'Stein' konstruiert. Hier stellt sich durchaus die Frage nach einer Abgrenzung zur Grafik. Weitaus interessanter sind Wolf-Rehfeldts abstrakte Arbeiten. Die Zeichenfolgen ergeben manchmal Strukturen, die an Strickmuster erinnern. 'Die doppelte Bedeutung von Text und Textur wird hier sichtbar', merkt Co-Kuratorin Bettina Brach an. An anderer Stelle konstruiert Wolf-Rehfeldt aus ihrem Zeichensatz komplizierte architektonische Gebilde. Da die Buchstaben den Raum unterschiedlich ausfüllen, lassen sich optische Effekte wie Perspektiven, Licht- und Schattenwirkungen erzeugen.«

– Radek Krolczyk in der taz am 4.08.2012